Chronik des RSV Rehburg beginnend 1946

An dieser Stelle wollen wir versuchen , uns die Geschichte des RSV Rehburg ins Gedächtnis zu rufen. Sicher werden einige von Ihnen sagen, was ist das schon, dass weiß man doch noch alles. Doch versuchen sie, die Älteren unter Ihnen doch einmal, sich genau zu erinnern, dann werden sie feststellen, das es bei weitem nicht so einfach ist, wie man glaubt.
Deshalb möchte ich, bevor wir mit der eigentlichen Geschichte des Vereins beginnen, um ein wenig Nachsicht für den Schreiber bitten, der selbst noch nicht einmal das Alter des Vereins hat.
Auch die Materialsammlung gestaltete sich als sehr schwierig, so dass schon die ein oder andere Lücke klaffen dürfte.
Vielleicht fällt dem Einen oder Anderen doch noch etwas ein, was wir im Laufe der nächsten Zeit in unsere kleine Chronik einarbeiten können.

Wie in jeder ordentlichen Chronik auch ein paar Worte zum Chronisten.
Mein Name ist Frank Gerstenberger, ich bin 38 Jahre alt und lebe mit meiner Familie in Rehburg. Eigentlich gehöre ich mit meiner aktiven Zeit im Fußball mittlerweile schon zum Urgestein des Vereins. Wie Sie vielleicht in unserem RSV-Organigramm gesehen haben, bekleide ich im Spartenvorstand Fußball die Aufgabe des Organisationsleiters. Und so gehört denn wohl auch das Verfassen einer Vereinschronik zu den natürlichen Aufgaben eines Organisationsleiters ?!
Wie es sich gehört, beginnt man eine wirklich wichtige Sache auch zu einem historischen Zeitpunkt. Und so sind die ersten Sätze auch in den ersten Tagen des neuen Jahrtausends entstanden.
Sie mögen mir verzeihen, wenn nicht alles stilistisch einwandfrei beschrieben ist. Sprechen Sie mich ruhig an, wenn etwas nicht richtig wiedergegeben wurde oder vielleicht besser beschrieben werden könnte.
Aber nun zum eigentlichen Thema, der Geschichte des RSV Rehburg.

Die Geschichte des Fußballes in Rehburg beginnt mit einem Mann, der allerdings Vorsitzender eines anderen Vereins war, nämlich des Radfahr- und Sportvereins "Göricke" zu Stadt Rehburg.

Wilhelm Volger pflegte mit seinen Radfahrern des öfteren in den Rehburger Wäldern eine Schnitzeljagd abzuhalten, die in der Regel damit endete, das man vor dem Buchholz Rast machte, und dann war auch meistens gleich ein Fußball zur Stelle und man trat in fröhlicher Runde nach dem runden Leder.
Diese Begebenheiten lassen sich anhand der Protokolle und Bilder des Sports und Radfahrvereins "Göricke" bis vor den 2. Weltkrieg zurück verfolgen. Das Interesse am Fußballsport wurde immer größer, und so kam man auf der Generalversammlung vom 24.02.1946 zu dem Entschluss dem Verein eine Sparte Fußball anzugliedern.
Ein großer Wunsch des Wilhelm Volger war in Erfüllung gegangen, er hatte mit seinem Pioniergeist, so muss man es wohl nennen, der Rehburger Jugend eine neue Sportart erschlossen. Mit welchem Idealismus und Elan man damals an die Arbeit ging, sollte uns heute so manches mal vor Augen stehen. Die Versorgungslage nach dem 2. Weltkrieg der gerade ein Jahr vorbei war, war mehr als schlecht, man hatte keine Trikots, an Fußballschuhen fehlte es ganz, und auch die Sportplatzfrage war nicht so einfach zu lösen.

Die ersten Freundschaftsspiele bestritt man deshalb auswärts, als Trikots dienten in etwa gleichfarbige Oberhemden, Pullover und sonstige Oberbekleidungsstücke.

Mannschaftsfoto um 1946 aufgenommen

 

 

 

 

 

 

 


Mannschaftsfoto aus der Anfangszeit um 1946

Auch die Sportplatzfrage wurde ziemlich schnell gelöst, ein Vereinsmitglied stellte ein Grundstück rechts vor dem Buchholz zur Verfügung, heute befindet sich dort die Firma Henniges. So hatte man eine Sorge weniger, obwohl der Platz längst nicht alle Anforderungen erfüllte, die man heute an einen guten Fußballplatz stellt, aber man war ja vorerst auch mit weniger zufrieden. Auf diesem Platz spielte man etwa zwei Jahre, in denen sich in spielerischer Hinsicht nicht viel tat, die Mannschaft belegte mittlere Tabellenplätze und man wusste allgemein auch selbst, das in dieser Anfangszeit noch nicht mehr zu besehen war.

Im Jahre 1946 zählte der RSV Rehburg zusammen mit 14 anderen Vereinen zu den Gründern des NFV Kreis Nienburg, des Fachverbandes Fußball im Kreis Nienburg, man war also von Anfang an dabei, was nicht jeder ältere Verein von sich behaupten kann. Der Vorstand des NFV wurde beauftragt unverzüglich den Spielbetrieb zu organisieren, Spielerpässe gab es vorerst nicht, aber in der Saison 1946/47 rollte im Kreis Nienburg wieder der Fußball bei offiziellen Punktspielen.

Damit kamen aber auch neue Sorgen auf den RSV zu, die Sportplatzfrage war zwar vorläufig gelöst, aber wie sollte man zu den Auswärtsspielen kommen? Öffentliche Verkehrsmittel fielen fast immer aus, da nicht alle Orte angefahren wurden und der Mangel an Privat-Pkws war noch größer. Irgendwie jedoch fanden die Idealisten dieser Zeit immer wieder eine Lösung, die nahe gelegenen Orte erriecht man mit Fahr- oder Motorrädern, zu weiteren Spielorten benutzten sie zuweilen die Wagen der englischen Fahrbereitschaft G.S.O.

Im Jahre 1949 musste sich der Verein wieder nach einem neuen Sportplatz umsehen, der alte Platz war vom Besitzer umgepflügt worden. In Ermangelung einer geeigneten Fläche wich man auf die andere Seite der Nienburger Straße vor dem Buchholz, gegenüber dem ersten Platz aus, und richtete einen provisorischen Sportplatz her. Die Suche nach einer besseren Lösung dieser Frage blieb jedoch weiterhin erstes Anliegen des Vereins. Glücklicherweise brauchten die Fußballer dann auch nicht lange auf diesen Platz spielen, schon für die Saison 1950/51 fand man einen wirklich guten Sportplatz am heutigen Strohmannsortherweg. Für die damalige Zeit ein wunderschöner Rasenplatz, der durch den beherzten Einsatz einiger Mitglieder sogar Sitz- und Tribünenplätze erhielt.

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